Die Entstehung und Entwicklung unseres Heimatdorfes Freienfels

von Albert Baumann nach Friedrich Jung in "Land und Leute" (Auszug aus der Chronik "Freienfels - Entstehung, Geschichte und Leben des Ortes mit seiner Burg im unteren Weiltal")

Die Entstehung und die Entwicklung von Freienfels haben sich in mehr als 1200 Jahren vollzogen - um es genau zu sagen, 1234 Jahre sind es her, dass Mainlinten urkundlich erstmals im Jahre 750 erwähnt wurde. Mainlinten ist einer der drei Ortsteile (mit Remerstegen 1284 und Hohenlinten 1567), aus denen der Ort Freienfels entstanden ist, und bildete den Kern des heutigen Freienfels in der Nähe der später erbauten Burg Frigenwels (1327).

Die urkundliche Ersterwähnung Mainlintens fand man im Archiv des Kloster Fulda. Dort heißt es, dass die verwitwete Gräfin Adaltrud in den Jahren 750 bis 779 ihre Güter zu Selters, Buchen, Mainlinten und Neistinbach dem Kloster Fulda schenkte.

An anderer Stelle wird urkundlich erwähnt, dass das Kloster Fulda zu Aumenau und Mainlinten Güter erworben habe. Es heißt weiter, im Jahre 821 folgten Erwerbungen in Bermbach und an den an der Weil gelegenen Orten Stetim (Rohnstadt) und Feldum (?). Im neunten Jahrhundert folgte Möttau.

Ob die Gräfin Adaltrud die Witwe eines Grafen des Niederlahngaues war, ist nicht beurkundet, aber durchaus möglich. Im Jahre 1327 werden Meylinden und Freienfels gemeinsam im Zusammenhang mit einem Testament des Propstes von Gemünden, Siegfried von Runkel, genannt. Danach erhalten sein Neffe Siegfried und dessen Bruder Heinrich den mittleren Teil von Freienfels mit Zubehör zu Mainlinten. Malvir, der Sohn seiner Schwester Gertrud, erhält den anderen Teil, die Burg Dehrn und sonstige Besitzungen.

Das bedeutet, die Burg Freienfels, die in diesem Testament erstmals urkundlich erwähnt wird (1327), ist mit dem Ortsteil Meylinden besitzmäßig vereinigt. Wenn im Testament des Propstes von Zubehör zu Meylinden gesprochen wird, ist damit der Besitz an Häusern, Leuten, Vieh und Land gemeint.

Da in diesem Testament vom 3. November 1327 der Ort Freienfels erstmals urkundlich erwähnt wird, muss zu diesem Zeitpunkt die Burg schon existiert haben, wenn auch nicht in ihrer vollständigen baulichen Größe.

Meylinden dagegen ist mit der Burg vereint zu einem neuen Ort "Frigenwels". Eine urkundliche Benennung Meylindens gibt es von diesem Zeitpunkt an nicht mehr, die Gemeinsamkeit mit der Burg Fryenfels (1359) ist urkundlich erkennbar.