Burg Freienfels, die hoch auf einem Felssporn über der Weil gelegen ist, lässt sich als hochmittelalterliche Befestigungsanlage charakterisieren, die noch stark an die Bergform angepasst ist, aber in ihrer Kompaktheit auch schon ein spätmittelalterliches Element zeigt.

Ihre Angriffsseite zum Dorf und damit in Richtung Süden ist durch einen tiefen, rund 20 Meter breiten Halsgraben (1) sowie zusätzlich durch eine Schildmauer (2) mit eingesetztem Bergfried (3) geschützt. Dieser - wie die gesamte Burg aus Bruchsteinen errichtet - weist noch heute einen fast quadratischen Grundriss (6 x 7 m) mit bis zu 3,5 m starken Mauern auf, ist heute nur noch 17 m hoch, und kann als Hauptverteidigungseinrichtung gewertet werden. Er besitzt zusätzlich zu dem von der Hofseite zugänglichen, wohl als Lagerraum dienenden Erdgeschoss vier weitere Stockwerke, die zum Teil mit Tonnengewölben abgeschlossen werden. Während das erste Stockwerk den Zugang zu den Wehrgängen der Schildmauer vermittelt, ist das zweite dieser Geschosse als Wohnetage durch ein Fenster mit Sitzbänken zur Hofseite hin, mit einem Kamin und Lehmputz an den Wänden ausgestattet. Die beiden oberen Stockwerke, deren letztes nur noch in Ansätzen erhalten ist, dienten wiederum Verteidigungszwecken und lassen nach verschiedenen Seiten Schießscharten erkennen. Zugänglich waren die Stockwerke nicht über Treppen, sondern über Leitern.

Die in südlicher und östlicher Richtung an den Bergfried angrenzende Schildmauer wird von – teilweise sogar zweistöckigen - Wehrgängen eingenommen, die zum Hof und zur Feldseite hin Schießscharten sowie einen Aborterker aufweisen. An der Hofseite des südlichen Teils des Turms ist noch das über eine Leiter erreichbare Einstiegsloch in Höhe des zweiten Geschosses erkennbar.

Östlich schließt sich an die Schildmauer die Mantelmauer (4) an, deren lnnenseite durch vier hohe aufeinander folgende Nischen mit eingelegten so genannten "Fischschwanzscharten" gekennzeichnet ist, die mit entsprechenden hölzernen Einbauten von Armbrustschützen benutzt werden konnten. Sodann folgt im Nordosten ein dreiviertelrunder Schalenturm (5), der ursprünglich die Überwachung des vom Tal aus Richtung Südosten heraufführenden Weges und die Flankierung des Wohnturmes zur Aufgabe hatte, später jedoch in diesen integriert wurde, wie ein herausgebrochenes mit Sitzbänken ausgestattetes Fenster vermuten lässt. (Der Umbau erfolgte wahrscheinlich bei der lnstandsetzung des "recht baufälligen Schlosses" vor Einzug der von Schönborn.)

Von diesem Schalenturm erreicht man über eine kleine Pforte (6), die ursprünglich als Fluchtmöglichkeit konzipiert gewesen sein mochte, den der Mantelmauer vorgelagerten Zwinger (7), der auch als Kräutergarten und Kinderspielplatz genutzt werden konnte.

An der Nordseite der Burg stößt man auf den dreigeschossigen Wohnbau, den Palas (8). Er zeigt an der an den ursprünglichen Schalenturm angrenzenden Quermauer noch Kaminschächte, die möglicherweise auf einen Küchenbau hindeuten. Auch an seiner westlichen Giebelwand sind noch Reste eines Kamins sowie im dritten Obergeschoss die eines weiteren Aborterkers zu entdecken. Die Längswand des Wohnbaus weist zur Hofseite hin noch deutlich die von der Anbringung von Baugerüsten herrührenden so genannten "Rüstlochreihen" auf.

Unterhalb des Wohnbaus befinden sich ein großer, über eine steile Treppe zugänglicher Keller (9) (ca. 14 x 5 m) mit einem Tonnengewölbe, sowie zwei weitere kleinere, allerdings verschüttete Keller links daneben sowie rechts darüber mit quer dazu liegenden Tonnengewölben.

Nach Westen hin wird der, durch eine bis zu 8 m ansteigende Geländestufe, längsgeteilte Burghof durch eine heute nur noch niedrige 1,5 Meter breite Mauer mit tiefliegenden Schießscharten abgeschlossen, die im Süden auf den quadratischen Torflankenturm trifft. Dieser noch zweistöckige (ehemals wohl dreistöckige) zur Hofseite hin geöffnete Turm ist mit Schießscharten zur Feldseite sowie einem Kamin ausgestattet und könnte der Raum für Wächter gewesen sein. Zusammen mit dem mächtigen Bergfried rahmt dieser wesentlich kleinere Turm die rund sieben Meter lange Schildmauer auf der Angriffsseite ein, in die das spitz zulaufende, rund 4,5 Meter hohe Tor eingelassen ist.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die militärischen Sicherheitsbestrebungen die architektonische Gestaltung besonders zur Entstehungszeit von Burg Freienfels stark dominieren. Da die Burg nicht isoliert stand, sondern in ein vielfältiges infrastrukturelles Umfeld eingebunden war, sei hier noch auf den am Ende des damaligen Dorfes gelegenen Wirtschaftshof, die heute noch erhaltene "Remerstheger Mühle" im Tal sowie Wiesen, Wälder Baum- und Weingärten verwiesen.

Text: Förderverein Burg Freienfels